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DER SCHWARZE PANTHER EUSÉBIO Eine portugiesische Fußball-Legende im Portrait Er ist mit Sicherheit der prominenteste Fußballer Portugals. Und dies sagt noch deutlich zu wenig über ihn aus. Denn im Grunde ist er weit mehr als ein Fußballer. Eine lebende Legende, ein Held, ein Idol für wirklich alle Portugiesen, gleich welchen Alters, Geschlechts oder Vereinsfarbe. Wenn sein Name fällt, schnalzen selbst die ansonsten so verfeindeten Fans der Top-Clubs FC Porto und Benfica Lissabon genüsslich mit der Zunge – aus Bewunderung für diesen großen Ball-Künstler, der einst das Land mit seinen Kunststückchen verzauberte, die noch heute fest in Erinnerung geblieben sind. Die Rede ist von Eusébio. Geboren am 25. Januar 1942 in Maputo, der Hauptstadt der damaligen portugiesischen Kolonie Mosambik, war Eusébio Ferreira da Silva - so sein vollständiger Name - taktisch wie technisch ein brillanter Spieler. Seine Karriere verlief rasant. Schon im Alter von 12 Jahren entdeckte man in Mosambik sein Talent, drei Jahre später startete er eine Profikarriere. 1960, im Alter von gerade mal 18 Jahren, wechselte er zum portugiesischen Starclub Sport Lisboa e Benfica – eine Verpflichtung, die sich für die "Adler" Lissabons noch auszahlen würde. Einmal Benfica – immer Benfica Tatort London, Fußball-Weltmeisterschaft, 28. Juli: Vor 87.696 Zuschauern besiegt Portugal im Spiel um Platz 3 Russland mit 2:1. Die bis heute größte Trophäe in der Fußball-Geschichte des Landes hat das Team hauptsächlich dem 24jährigen Eusébio zu verdanken. England war Weltmeister, der Star des Turniers aber der portugiesische Jungstar. Er fast allein hatte das iberische Team mit seinen Toren und Tricks zum Erfolg geführt – und sich gleichzeitig mit 9 Toren in 6 Spielen zum Torschützenkönig der WM-Endrunde gekrönt. Auch heute noch, fast 38 Jahre später, ist dieser größte Tag in der portugiesischen Fußball-Geschichte präsent. Und vor allem sein Held. Vergleichbar mit einem Pelé in Brasilien hat er mit seiner spektakulären Spielweise den europäischen Fußball entscheidend mitgeprägt. Er schoss unglaubliche 727 Tore in 715 spielen, wurde fünf mal Torschützenkönig, Europas Fußballer des Jahres und gewann auf Vereinsebene alles, was es zu gewinnen gab. Mit 41 Toren in 64 Länderspielen ist er bis heute der Rekord-Torschütze des Landes – trotz eines Figo, João Pinto oder Rui Costa. Erst im Jahre 1978 beendete der damals 36jährige seine Karriere – nachdem er zuletzt nochmals kräftig Trophäen bei seinen Wanderjahren durch Mexiko, Kanada und die USA gesammelt hatte. Sein Heimatland verdankt Eusébio großartige Momente. Mit ihm verbindet heute jeder Kenner das Spiel mit dem runden Leder in Portugal. Der Traum des Werbeträgers Bei so viel Fußball-Sachverstand darf eine Frage natürlich nicht fehlen: Wer wird laut Eusébio bei der EURO 2004 zum Schluss ganz oben stehen? Für den Star der 60er und 70er Jahre haben viele Mannschaften das Potenzial, sich die Krone aufzusetzen: "Meine Favoriten gleichen denen der meisten anderen Menschen", äußerte sich der 62jährige gegenüber Medien sehr diplomatisch. Titelverteidiger Frankreich, Niederlande, Tschechische Republik, Italien, England, Spanien, Deutschland - die üblichen Verdächtigen also aus dem Munde der Fußball-Legende. Dabei schlägt eigentlich sein Fußballer-Herz für einen ganz anderen Wunsch: Dass es den Gastgebern endlich mal gelingt, einen Titel zu holen. Und dies gerade in seiner Heimat, in Portugal. Denn dies war nicht einmal ihm, dem ewigen Weltstar, mit dem Nationalteam gelungen. 4.372 Zeichen |
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