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PLATZ IN DER SONNE Die Dresdner Bank ist in Spanien an zwei Orten vertreten: In Madrid kümmert sich die Dresdner Kleinwort Wasserstein um das Investment-Banking, in Marbella widmet sich eine Repräsentanz der Dresdner Bank Schweiz dem Private Banking. Eine Reportage über das spanische Banken- und Wirtschaftssystem mit Fokus auf die Rolle und Aufgaben der Dresdner Bank. Wenn José Loustau aus dem Fenster blickt, dann liegt ihm das Herz der spanischen Finanzwelt zu Füßen. Aus dem 16. Stock des Gebäudes an der Plaza de Lima genießt er die Sicht auf das moderne Madrid, das Finanz- und Wirtschaftszentrum der Hauptstadt - und damit ganz Spaniens. Unter dem Gebäude fließt der elegante Boulevard Paseo de la Castellana vorbei, in der Ferne schraubt sich die Sierra de Guadarrama empor, von dessen schneebedeckten Gipfeln kräftige Winde über die Millionenmetropole fegen. Ein paar Meter weiter sieht er vom gläsernen Büro des Global Equity Teams direkt auf das Santiago Bernabeu Stadion: "Hätte es kein Dach, könnten wir uns von hier aus sogar die Spiele von Real Madrid direkt ansehen", beschreibt der General Manager die zentrale Lage des Madrider Standorts der Dresdner Kleinwort Wasserstein. Schnell und erfolgreich Mit Stolz verweist Loustau auf die guten Aussichten für das CF & A Team, die positiven Resultate der CMO-Division und insbesondere die Erfolge im Bereich Global Equity: "Unser Research-Team gilt als eines der renommiertesten in Europa und wurde vielfach mit Preisen für seine exzellente Performance ausgezeichnet, das Sales-Team hat gerade schwierigen Börsenzeiten getrotzt." Die heute so erfolgreiche Arbeit führt der Bankmanager auf den tiefgreifenden Restrukturierungsprozess der letzten Jahre und die strategische Fokussierung auf die jetzigen Kernbereiche zurück. Die Kosten sind seitdem gesunken, die Erträge haben die laufenden Kosten 2003 um ein Dreifaches übertroffen. Und für 2004 wird mit einer verbesserten Lage auf den spanischen Börsen und damit einer gewachsenen Nachfrage nach Anlageprodukten gerechnet. "Heute sind wir ein kleiner aber feiner Player mit exzellentem Ruf auf dem Markt", fasst der 46jährige die gute Positionierung zusammen. Abgeschlossener Fusionsprozess Ein Vergleich macht die Konzentration der Bankenlandschaft noch deutlicher: Während in Spanien die Struktur- und Marktbereinigung abgeschlossen ist, befindet sich die Branche in Deutschland noch mitten im Prozess der Konsolidierung. Dies geht aus dem Research Report "Konsolidierung im europäischen Bankenmarkt" des Instituts für Bankinformatik und Bankstrategie hervor. Danach weisen die deutschen Banken die höchste Marktzersplitterung auf. Der gemeinsame Anteil der fünf größten Banken sei mit 20 Prozent so niedrig wie in keinem anderen EU-Land. Eine weitere spanische Besonderheit ist das dichte Filialnetz. "An jeder Ecke finden Sie bei uns eine Bank. Vielleicht verfügen wir über die höchste Dichte Bank pro Einwohner überhaupt", vermutet José Loustau. Kein Wunder: Großbanken wie die BBVA und die BSCH verfügen jeweils über rund 5000 Filialen: übrigens oft eher kleine, dafür sehr moderne und mit hoch entwickelten IT-Systemen ausgerüstete Service-Center. Starke Wirtschaft Auch beim Bruttoinlandsprodukt zählte Spanien 2002 mit einem BIP von 694 Mrd. EUR zu den zehn wohlhabendsten Industrienationen. Dabei sind regionale Unterschiede unverkennbar. Klar ist die wirtschaftliche Macht auf vier Gebiete konzentriert: Neben Madrid die Regionen im Osten um Barcelona, im Norden um Bilbao sowie im Südosten um Valencia. Doch nicht alle Zahlen sind rosig: Die Inflationsrate war 2003 mit über 3 Prozent die zweithöchste in Europa, die Arbeitslosigkeit mit 12 Prozent immer noch beträchtlich. Zudem ist Spanien mit Strukturhilfen von über 57 Mrd. Euro (2000-2006) der größte Nettoempfänger innerhalb der EU. Man darf gespannt sein, wie sich dies im Kontext einer erweiterten EU entwickeln wird. Am Hafen der Reichen Mitten im Hafenviertel Puerto Banús hat die Repräsentanz der Dresdner Bank Schweiz seit April 2002 ihr Domizil in den Räumen der ehemaligen Niederlassung der Dresdner Bank bezogen. "Unser Schwerpunkt liegt eindeutig auf dem Private Banking", erläutert der Leiter Marc Klüttermann. "Wir haben hier die Aufgabe, anspruchsvolle Kunden mit komplexen Vermögensstrukturen zu gewinnen, um sie mit individualisierten Bankdienstleistungen zu beraten und zu betreuen." Dazu werden auf die Bedürfnisse jedes Privatkunden hin "individuell zugeschnittene Anlage-Produkte" entwickelt. Klein aber fein Auch Marc Klüttermann blickt durchaus positiv auf das vergangene Jahr zurück. So konnte die bestehende Kundenbasis gestärkt werden, so dass er "sehr optimistisch" ins neue Jahr gehe. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Akquisition von Neukunden verstärkt anzugehen und das Geschäft weiter auszubauen". Vor allem habe er ein erhöhtes "Bedürfnis nach Beratung" erkannt. So hätten sich Prognosen nicht erfüllt, dass Geschäfte nur noch per Internet-Banking abgewickelt werden. Vielmehr habe der "persönliche Ansprechpartner als Vertrauensmann" seine Bedeutung bewahrt. Qualitativ hochwertige Services für vermögende Privatkunden aus aller Welt - hier schließt sich der Kreis zum exklusiven Standort. "Der Anteil unserer Kunden aus dem Ausland ist ziemlich hoch", verdeutlicht Dominique Franz. "Viele vermögende Privatpersonen sind in Marbella ansässig. Und diese wollen wir mit unseren Leistungen vor Ort natürlich auch betreuen." 8.092 Zeichen |
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