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DEUTSCHLAND & DIE EM – EINE ERFOLGSSTORY Mit drei Titeln ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft Rekordhalter unter den EM-Siegern. Ein Rückblick auch als Hoffnungsschimmer für die EURO 2004. "Fußball ist ein einfaches Spiel, bei dem 22 Spieler mit einem Ball gegeneinander spielen, und zuletzt immer Deutschland gewinnt." Was der frühere britische Stürmer Gary Linecker einmal frustriert über die Spiele gegen Deutschland sagte, lässt sich überspitzt auf die Erfolge der Deutschen bei den bisherigen Europameisterschaften übertragen. Denn dieses Verhältnis gleicht einer wirklichen Liebesbeziehung, einer Love Story mit Happy End, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Dabei hatte alles ganz anders begonnen. Als im Jahre 1960 die erste Europameisterschaft statt fand, fehlte mit Deutschland eine der Top-Mannschaften der Welt. Sepp Herberger, Coach der erfolgreichen Weltmeister-Elf von 1954 – den bis heute gefeierten "Helden von Bern" -, hielt nichts von dieser neuen Idee. Die Spieler sollten vielmehr die Zeit zwischen den Spielzeiten dazu nutzen, zu entspannen und neue Kraft für die kommende Saison zu tanken. Außerdem bräuchte man die Zeit zwischen den Weltmeisterschaften, um jeweils ein neues, schlagkräftiges Team aufzubauen, so der frühere Bundestrainer. Erst nachdem Herberger den Trainer-Stab an Helmut Schön weitergegeben hatte, änderten sich die Zeiten. Fortan stellte sich die DFB-Auswahl dem kontinentalen Kräftemessen. Doch als hätte es der alte Sepp vorausgesagt und mit seinen Befürchtungen und Zweifeln recht gehabt: Die Generalprobe ging fürchterlich daneben. Bereits in der Qualifikation zur EM 1968 schied der damalige Vize-Weltmeister und Mit-Favorit nach einem katastrophalen 0:0 gegen den Fußballzwerg Albanien aus. Die ganze Ball-Welt lachte. Jedoch sollte dieser misslungene Auftakt den Beginn einer Erfolgs-Ära einläuten. Revanche nach der Schmach Nach dem Weltmeistertitel von 1974 stand das deutsche Team zwei Jahre später wieder in einem Finale. Dieses Mal war der Fußballgott jedoch kein Fan der Mannschaft mit dem Adler auf der Brust. Zwar gelang es dem Team von Helmut Schön, sich trotz Rückständen bis ins Finale und ins Elfmeterschießen durch zu kämpfen. Doch als der heutige Bayern-Manager Uli Hoeneß den Ball in den Himmel über Belgrad drosch und stattdessen Antonín Panenka Sepp Maier im Tor verlud, hieß der Titelträger Tschechoslowakei. Es dauerte nur vier Jahre, und die Welt glänzte wieder in schwarz-rot-goldenen Farben: Nach Siegen in der Vorrunde stand Deutschland im Finale der EM von 1980. Im Endspiel gegen Belgien setzte sich der Hamburger Horst Hrubesch mit den zwei entscheidenden Siegtoren selbst ein Denkmal – und verhalf dem deutschen Team zum zweiten EM-Titel. Bertis großer Tag Eine neue Chance auf den Triumph bot sich vier Jahre später bei der EM in Schweden. "Wir haben unser Wort gehalten. Wer nicht kommt, ist Holland", tönte Berti Vogts noch vollmundig nach dem Einzug ins Finale. Stattdessen traf sein Team auf die Überraschungself von Dänemark, die erst nachträglich nach der Disqualifikation von Jugoslawien ins Turnier gerutscht war. Im Duell zwischen David und Goliath sorgte der Kleine mal wieder für eine Sensation: Die verhinderten dänischen Urlauber nutzten ihre erstmalige Chance und holten sich mit einem 2:0 den Titel. 1996 war Deutschland wieder dran. Dazu hatte sich die Vogts-Elf die passende Bühne ausgesucht: England, das Mutterland des runden Balls. Unter Regie des überragenden Matthias Sammer spielte das deutsche Team groß auf. Gastgeber England wurde in einem dramatischen Halbfinale im Elfmeterschießen besiegt, im Finale wartete Tschechien. Wieder einmal ging es in die Verlängerung. Doch als Oliver Bierhoff das erste "Golden Goal" der EM-Geschichte erzielte, war der Triumph perfekt. Die DFB-Auswahl hatte ihren dritten Titel, Trainer Berti Vogts seinen größten Sieg. Hoffnungsschimmer für die EM Trotz dieses Desasters bei der letzten EM: Deutschland war nicht nur stets eine typische Turnier-Mannschaft. Deutschland und die EM waren auch fast immer wirklich gute Freunde. Die drei Titel von 1972, 1980 und 1996 sowie die beiden weiteren Finalteilnahmen bei insgesamt 11 EM-Austragungen sprechen dafür eine eindeutige Sprache. Keinem Verband ist die Coupe Henry Delaunay heute besser bekannt als dem DFB, kein Land hat diesen Wettbewerb stärker geprägt als Deutschland. So würde es eigentlich nicht überraschen, wenn das deutsche Team dieses Jahr ins Finale von Lissabon vorstoßen würde. Vielleicht stimmt dies alle deutschen Fans ein wenig hoffnungsfroher, wenn sie an die laufende UEFA EURO 2004 denken. 5.213 Zeichen |
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