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![]() ![]() ![]() DIE GERÜCHE EINER STADT - EIN SELBSTVERSUCH Viele behaupten, eine Stadt schon an ihren Gerüchen erkennen zu können. Doch geht das wirklich? Und wenn ja, lassen sich auf einem Spaziergang durch Madrid Gebiete und Orte nur per Nase lokalisieren? Ein Selbstversuch. Station 1: Augen zu und tief einatmen - und gleich wieder laut husten. Smog und Autogestank ist auf der zentralen Achse Madrids sofort zu riechen. Die Gran Vía ist unverkennbar. Die wichtigste Schlagader der Stadt, angesichts der Blechlawinen stark infarktgefährdet, mit billigen Shops und alten Kinopalästen, Cafés und Bettlern, Banken und der Telefónica-Zentrale. Und niemand kommt an ihr vorbei. Station 2: Frisch riecht hier die Luft, nach Gras und Blumen. Und nach Wasser. Kein Wunder, denn der Retiro-Park ist die große Lunge der Stadt. Hier kreuzen sich die Wege derer, die sich für einen Moment der Großstadt entziehen, frei atmen, Ausstellungen in Pavillons besuchen oder sich wie die Jugend in Tretbooten auf dem See vergnügen. Station 3: Feucht ist plötzlich die Luft - wie in einem Gewächshaus. Denn der Bahnhof Atocha ist gleichzeitig ein botanischer Garten. Hier sitzen die Wartenden im Schatten von Palmen, Kakteen, duftenden Blumen und exotischen Pflanzen in einer alten Halle, in der ansonsten Glas, Marmor und High-Tech vorherrschen. Station 4: Ein leckerer Duft liegt in der Luft, nach Essen: es riecht nach Tapas, nach Papas Bravas, den gebackenen Kartoffeln mit Tomatensoße, nach gebratenem Lamm, nach mariniertem Fisch. Denn dieser Abstecher hat uns direkt in die Casa Alberto (Huertas 18) geführt, in eine der besten alten Tavernen Madrids. Station 5: Ein süßlicher Geruch strömt in die Nase. Cannabis ist gerade nachts unverkennbar mit dem Viertel Chueca verbunden. Hier, wo viele Jugendlichen ihre "Porros" rauchen, befand sich einst das Zentrum der viel beschriebenen Movida Madrileña und fand ein Pedro Almodóvar die Bilder und Figuren für seine Filme. Station 6: Fritierfett, Kaffeeduft, Schokolade: Die Chocolatería San Ginés (Pasadizo de San Ginés) erkennt die Nase sofort. Gerade zu frühen Morgenstunden zieht es Nachtschwärmer wie Frühaufsteher, Bewohner wie Besucher in diese Institution, die für ihre frisch fritierten Churros und diese extrem sämige heiße Schokolade berühmt ist. 1.895 Zeichen |
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