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![]() ![]() ![]() ![]() ![]() BASKISCHE IMPRESSIONEN Die Gegend um das Naturschutzgebiet Urdaibai zählt zu den unberührtesten wie reichsten Regionen im Baskenland. Ein Portrait der Landschaft und der verträumten Fischerorte Bermeo, Mundaka, Elantxobe sowie Gernika. Dichter Morgennebel hängt über der kleinen Hafenstadt. Nur in Umrissen ist der alte Angler zu erkennen. Wie jeden Morgen sitzt er unbeweglich auf dem Pier. Die typische, schwarze Baskenmütze tief in die Stirn gezogen, qualmt zwischen seinen Lippen eine Zigarette, Marke Ducados. Bedächtig holt er seine Rute ein, befestigt einen frischen Köder am Haken und wirft die Schnur wieder weit hinaus. Alltag für ihn. Allmählich bricht die Sonne durch den Nebel und gibt den Blick frei auf die vielen, bunten Boote, die im schmucken Hafen ankern. Mundaka ist ein sympathischer Fischerort an der baskischen Küste, der durch die beiden Kaps von Matxixako und Ogoño vom Meer geschützt ist. Mundaka bildet gleichzeitig das Tor zum 22.000 Hektar großen Naturschutzgebiet Urdaibai, das die UNESCO 1984 zum Biosphärenreservat erklärte. Landschaftliche Reize Von Mundaka schlängelt sich die schmale Küstenstraße durch frische Almen und üppige Bergwiesen. Zahlreiche Schafe grasen am Straßenrand. Angesichts des milden Klimas zeigen sich die fruchtbaren Landstriche in einem sattgrünen Kleid. Mittelalterliche Eremitagen und versprengte Steinhäuser fügen sich in die hügelige Landidylle, als wären sie ein Teil von ihr. Die Luft ist erfüllt vom Duft nach Kräutern und Wiesen, kein Hauch bewegt das Laub der Bäume. Kurz vor Bermeo taucht die Insel Izaro im schäumenden Meer auf, um die der Ort einst mit Mundaka im Streit lag. Noch heute stechen am 22. Juli die Bewohner Bermeos mit einem Bootstross zur großen Meereswallfahrt in See, um ihre Vorherrschaft über die Insel in einem Ritus zu zelebrieren. Der Hafen als Zuhause "Dein Hafen ist Dein Zuhause" steht über dem Eingang geschrieben. Für die meisten Bewohner Realität. "Viele Gemeinden", so erklärt mir ein Hafenarbeiter, "sind völlig vom Fischfang und den damit verbundenen Hilfsindustrien wie Schiffsbau, Fischkonservierung und Transportwesen abhängig." Auch für ihn ist der Hafen zu seiner eigentlichen Heimat geworden, fügt der 42jährige hinzu. Werftenkrise und Arbeitslosigkeit haben ihre Spuren hinterlassen. Die Zahl der Boote hat sich in den letzten Jahren drastisch reduziert. Die Turmuhr von Santa Eufemia am Hauptplatz schlägt 10 Uhr. Um die gotische Kirche herum befindet sich das Lebenszentrum Bermeos. Jeden Abend verwandelt es sich in einen lärmenden Kinderspielplatz. Vom Palmen gesäumten Platz zieht sich die Altstadt terrassenförmig den Berg hinauf. Der Ortskern mit steilen, engverschlungenen Gassen und lebhaften Plätzen lebt von den vielen kleinen Läden und der Intimität typischer Weinbars, aus denen nachts fröhliche baskische Rundgesänge schallen. Einen wunderbaren Blick über den Hafen bietet der mittelalterliche Turm Torre Ercilla, heute Sitz des Fischereimuseums. In den Scheiben der verglasten Balkons spiegeln sich die bunt bemalten Boote am Pier, wo sich Hummerfallen und Fischernetze stapeln. Der Duft von Gebratenem und Gebackenem weht durch die Straßen. Es kann einem das Wasser im Munde zerlaufen beim Gedanken an die leckeren Meeresspezialitäten, die abends auf den Tellern liegen und dem hervorragenden Namen der baskischen Küche alle Ehre erweisen. Westlich von Bermeo sticht spektakulär die Halbinsel Isla de San Juan de Gaztelugatxe aus der tosenden Brandung. Nur eine schmale Brücke verbindet sie mit dem Festland. Eine gewundene Treppe schlängelt sich steil 231 Stufen von der Bucht steil zu einer alten Kapelle empor. Der Puls rast, doch das atemberaubende Panorama über die zerklüftete Steilküste lässt den mühevollen Aufstieg vergessen. Jährlich zum 24. Juni, der Sommer-Sonnenwende, pilgern alle Bewohner der Region hier hinauf, um den Messen zu lauschen, die dann über das Meer schallen. Reiche Vergangenheit Als plötzlich Wolken aufziehen, schlägt das Wetter blitzartig um. Nicht untypisch für diese Region. Blechdosen scheppern durch die Gassen. Die ersten Tropfen klatschen ins Gesicht. Eine winzige Weinbar gewährt Unterschlupf. Sofort werden die ersten Gläser mit tiefrotem Vino Tinto gefüllt. Einige Fußstunden entfernt liegen die archäologischen Fundorte im Süden Urdaibais. Diese gehören zu den wertvollsten Reizen des Reservats. Die Wände der "Höhle von Santimamiñe" bei Kortezubi spiegeln die menschliche Präsenz im Tal wieder. Eine unterirdische Reise führt über steile Treppen und kleine Säle in die fast 15.000 Jahre alte Tropfsteingrotte, die Kinder 1916 beim Spielen zufällig entdeckt hatten. Gut erhaltene Höhlenmalereien und Felszeichnungen mit Tierbildern und Jagdszenen gewähren Einblick in die Kultur der Ureinwohner. Mahnmal für den Frieden 6.755 Zeichen Auf Anfrage: Ein Info-Kasten mit jeweils aktualisierten, weiterführenden Informationen und Adressen zum Artikel sind beim Autor bei Interesse an einer Publikation erhältlich. |
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