@text Netzwerk

Leistungen

D. Ruisinger

Artikelpool

Referenzen

Einblick

Dozent + Coach

Fachautor

Reisejournalist

Links

Literaturtipps

PR Beratung

Sitemap

Impressum

Anfrage

Profil
Arbeit
Angebot
Service
Kontakt

 


Google-Suche im Web


BERLIN GEHT BADEN

Berlin ist eine Badestadt. Und nicht nur wegen Conny Froboess Klassiker. Bei den ersten warmen Sonnenstrahlen zieht es jedes Jahr die Badefans ins kühle Nass – ob in Freibädern, Strandbädern oder direkt an den mehr als 3000 Seen in und um Berlin.

"Pack die Badehose ein, nimm' dein kleines Schwesterlein und dann nichts wie raus zum Wannsee", schallte die Stimme von Conny Froboess 1950 durch Berlin. An der Aktualität des Gassenhauers hat sich bis heute nichts geändert. Jedes Jahr von neuem zieht es viele Berliner bei den ersten warmen Sonnenstrahlen hinaus ins kühle Nass. Und ob flach, ob tief, ob See ob Bad, ob Ost, ob West - Berlin bietet Wasser im Überfluss. Gerade die Strandbäder an den mehr als 3000 Naturseen in und um Berlin herum sind bei Badefans angesagt.

Lido von Berlin
Der alte Lido unter Berlins Baderevieren heißt Strandbad Wannsee (S-Bahnhof Nikolassee). Abgeschieden im tiefen Grün des Grunewalds erinnert wenig an die Großstadt. Ruhe herrscht am frühen Morgen. Erste Badegäste drehen ihre Runden. Ein paar Enten schlafen im Sand, Möwen ziehen schreiend ihre Runden, Strandkörbe stehen in Reih und Glied im feinen Sand. Ein Ausflugsdampfer kreuzt in Sichtweite. Weiße Segel zaubern Urlaubsstimmung.

Es war im Mai 1907, als der Startschuss zu Europas größtem Binnenseebad fiel. In den 30er Jahren strömten 1,5 Millionen Gäste herbei. An der Beliebtheit hat sich wenig geändert. Jeden Sommer verwandelt sich der längste Strand Berlins in ein Badespektakel für die ganze Familie. Wasserrutschen, Sprungtürme, Bootsverleih, Volley- und Fußballplätze. Trotz der Tradition und ungebrochenen Beliebtheit sind die Sorgen groß. Unübersehbar nagen die Jahre an der einstigen Schönheit. Und Renovierungen sind bei Berlins desastruöser Finanzlage Fehlanzeige.

Die Badewanne der Stadt
Auf der südöstlichen Seite Berlins wartet das Ex-DDR-Pendant: Der Müggelsee. Die größte Berliner Badewanne ist ein sauberes Gewässer und bei Badegästen wie Sportlern beliebt. Im tiefen Wald liegt das traditionelle Strandbad Müggelsee (S3 bis Rahnsdorf, Tram 61). Die weite Terrasse bietet einen wunderschönen Seeblick: Flach geht der Strand ins klare Wasser über. Kein Wunder, dass Familien und Jugendliche diesen Ort stark bevölkern. Nachteil: Baumschatten gibt es nur im FKK-Bereich, übrigens dem größten Berlins.

Apropos Wasserqualität: Je weiter der Ausflügler ins nördliche Umland fährt, desto klarer ist das Wasser. Kaum ein Strandbad liegt so verkehrsgünstig wie in Wandlitz (Regionalbahn bis Bhf. Wandlitzbad). In den 30er Jahren ein blühender Kurort, baute sich die SED Anfang der 60er Jahre eine Datschen-Siedlung direkt am nierenförmigen See. Am Badeingang fällt die gepflegte Liegewiese auf. Bäume spenden Schatten. Bei der günstigen Lage kann es im Sommer voll werden. Doch nur einen Spaziergang entfernt warten auch schon Stolzenhagener und Liepnitzsee auf Sonnenhungrige.

Bad mit Erlebnischarakter
Szenenwechsel: Zurück in Berlin. Langsam zuckelt die Linie 2 oberirdisch in den U-Bahnhof Prinzenstrasse. Aussteigen. Runter von der Hochbahn und heraus in das gleissende Sonnenlicht. Ein paar Meter durch die pralle Sonne, 4 Euro später: Endlich im Prinzenbad - wie viele. Kaum ein Bad im Zentrum Berlins genießt eine so hohe Beliebtheit, kaum eine Institution ist so fest mit dem Stadtteil Kreuzberg verhaftet. Hier lebt die Stadt ihr multikulturelles Flair. Das typische Kreuzberger Leben, in seinem Mix aus türkischen Familien und Szene-People, Alternativen und Lebenskünstlern.

An der Bar heißt es Schlange stehen. Über den Tresen wandern Weingummi, Eis, Currywürste mit Pommes und ähnliche Berliner Feinschmeckerwaren. Ein Lautsprecher quäkt: "Der kleine Stefan sucht seine Mutti." Leute winken, rennen, schlendern. Halbnackte Menschen stapfen durch Fußwaschbecken. Rund um das Sportbecken lagern Möchte-Gern-Olympioniken, auf den Steinfußböden Großfamilien, ansonsten herrscht ein Gedränge wie im Schlussverkauf.

Das Prinzenbad ist ein Lebensort – für den Moment, für den Tag, zum baden, Freunde zu treffen, Bier zu trinken, seine eigenen Lebenskrisen zu beklagen. Ein Erlebnis, das später in den nahen Bars und Restaurants seine Fortsetzung findet - wenn das Bad seine Pforten schließt und der Abend langsam beginnt.

Weitere Adressen

  • Olympia-Schwimmstadion, (S-Bhf. Olympiastadion): Schwimmen im Olympia-Ambiente von 1936;
  • Kinderfreibad Monbijou, Oranienburger 78 (S-Bhf. Hackescher Markt): Erwachsene nur in Kinderbegleitung;
  • Freibad Halensee, Königsallee 5 (S-Bhf. Halensee): schnell erreichbarer Natursee;
  • Weitere: www.berlinerbaederbetriebe.de

4.293 Zeichen

     © Dominik Ruisinger