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SCHRILLE NÄCHTE

Die Propeller Island City Lodge ist kein normales Hotel. Es ist mehr ein Wohnkunstwerk und sicherlich das verrückteste Hotel Berlins. Der Künstler Lars Stroschen schuf 32 individuell gestaltete Räume, die jedem Besucher erlebnisreiche Übernachtungen versprechen.

Ein kleine Seitenstraße der Einkaufsmeile Kurfürstendamm, ein Wohngebiet, ein Altbau. "Propeller Island City Lodge" steht weiß auf blau über der Eingangstür. Unscheinbar wirkt es von außen. Nichts verrät, dass sich im Innern das verrückteste Hotel Berlins versteckt. Über drei Etagen hat der Künstler Lars Stroschen sein Kunsthotel verwirklicht. Hotel? "Für mich ist es ein Museum mit Übernachtungsmöglichkeit, eine bewohnbare Skulptur, ein Wohnkunstwerk."

Der gebürtige Berliner hat eine außergewöhnliche Welt geschaffen. Betten hängen von der Decke, an Schiffstauen, sind rund, lassen sich drehen, befinden sich auf Holzstapeln, auf Tischen, in einer Burg. Er taucht Räume in Farben, lässt sich von indischem und asiatischem Flair inspirieren, kreiert Schlafplätze in Särgen, Löwenkäfigen und Gummizellen. Die Welt steht Kopf im Zimmer "Upside Down". An der Decke kleben Tische, Stühle, Bett, geschlafen wird in Kisten unter dem Boden. Der Raum "Therapy" lässt sich nach Wunsch einfärben, in "Tempel" ruht man in einem silbernen Bett unter einem Himmelszelt, der verwinkelte und verspiegelte "Mirror Room" erinnert an ein Kaleidoskop.

Schiefe Böden, hängende Betten, gekippte Wände
Jedes Zimmer ist ein Unikat und individuell gestaltet – mal extrem, mal zahm, aber stets fantasievoll und sehr speziell. Kein Wunder, dass Filmer und Fotografen das Hotel auch als Location mieten. Stroschen arbeitet mit Holz, Beton, Papier und Recycling-Objekten, integriert Badewannen aus Containern und Dachbalken aus Abbruchhäusern, installiert halbierte Bierfässer als Waschbecken, Gummischläuche als Vorhänge und Heizungsventile als Wasserhähne.

Duschen in Kleiderschränken, schiefe Fußböden, hängende Betten, gekippte Wände? Es überrascht kaum, dass die Baubehörden anfangs ziemlich misstrauisch waren und dem Hotelier die Auflage verpassten, jedem Gast zu seinem Zimmer eine extra Bedienungsleitung auszuhändigen. "In der Hinsicht sind wir sicherlich das einzige Hotel weltweit", schmunzelt er noch heute. Auch seine künstlerische Vergangenheit hat Stroschen in das Wohnkunstwerk integriert: Morgen und abends erklingt die eigens komponierte Musik, an den Wänden präsentiert er Bilder und Fotos, in den Zimmern persönliche Gegenstände.

Und dieser Mix aus Hotel und Ausstellung kommt bei den Gästen an – meist im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, unter ihnen viele Künstler und Musiker. "Aber wir hatten auch schon Kinder und einen 80jährigen hier", erzählt der 43jährige. Vor allem sollten sie mit einer Portion Neugier ausgestattet sein. Denn mit einem Hotel im klassischen Sinne mit Standard-Mobiliar, Minibar und Rezeption hat Propeller Island wenig gemein. Nach 32 Zimmern ist das Hotelkunstwerk jetzt vollbracht. "Es gibt einfach keine freien Zimmer zur Gestaltung mehr – auch wenn ich schon noch einige Ideen hätte."

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Daten & Fakten:

  • Adresse: Propeller Island City Lodge, Albrecht Achilles Str. 58, 10709 Berlin, Tel.: +49.30.8919016 (8-12 Uhr), Fax: +49.30.8928721, www.propeller-island.com, Verbindung: U-Bhf. Adenauer Platz
  • Reservierung: 3 Zimmer online auswählen und an das Hotel schicken – per Fax oder per E-Mail
  • Preise: 75–125 Euro pro Person und Zimmer, jede weitere Person 15 Euro zusätzlich
     © Dominik Ruisinger