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![]() SIND MESSEN EVENTS? Der Versuch einer Lagebestimmung anlässlich der Kunstmesse ART FORUM BERLIN 2004. Am 22. September 2004 ging das diesjährige ART FORUM BERLIN zu Ende. Die Veranstalter der internationalen Messe für Gegenwartskunst zogen eine positive Bilanz: Mehr Besucher, eine volle Eröffnung, hohe Verkäufe, zufriedene Aussteller. Alles gut also auf der Messe. Doch war diese Messe auch ein 'Event' im 'modernen' Sinn? Oder allgemeiner gefragt: Sind Messen - ob ART FORUM BERLIN, ITB, Grüne Woche, CeBIT oder IAA - bereits im Event-Zeitalter angekommen? Oder - vielleicht auch zum Glück - noch nicht? Versuchen wir es mal mit einer Definition des Begriffs Event. Um es gleich vorweg zu nehmen: eine einheitliche Definition ist bis heute noch nicht gefunden. Auch nach gut 15 Jahren des modernen Event-Zeitalters wird der Begriff sehr unterschiedlich genutzt, was nicht selten zu Verwechslungen und zu Missverständnissen führt. Wer sich die Mühe macht, sich durch die vorhandene Literatur, die Webseiten der wichtigsten Event-Agenturen oder durch Event-Foren zu lesen, der wird dies schnell selbst erfahren müssen. DAS EVENT oder DER Event oder doch "ALLES Event?" Schon diese Unterscheidungen in der Begriffsdefinition machen deutlich, wie schwer der Begriff Event auf das Thema Messe-Kommunikation überzustülpen ist. Würde fast jeder bei einer glamourösen Präsentation des neuen Porsche Boxster auf der IAA oder beim Besuch eines TV-Stars auf der Internationalen Funk-Ausstellung IFA eher von einem Event sprechen, stellt das reine Flanieren zwischen Messeständen diese Begrifflichkeit stark in Frage; und dies, obwohl es sich bei einer Messe um ein ein-maliges, zeitlich begrenztes und für viele durchaus spannendes Ereignis handelt und damit die Event-Kriterien pro Forma erfüllt wären. Chancen für künstlerische Inszenierungen Das ART FORUM BERLIN spiegelt regelmäßig die wichtigsten und lebendigsten zeit-genössischen Kunstströmungen wieder. Und das weltweit. Und jedes Jahr von neuem. Hier werden neue Trends sichtbar gemacht, sind neue Talente zu entdecken. Jedem Event-Konzeptioner müsste es daher in den Fingern jucken, was hier alles möglich wäre. Und zumindest der PR-Erfolg wäre ihm sicher. Schon allein deshalb, da seine Inszenierung (noch) die Einzige wäre. Man muss sich schon die Frage erlauben dürfen, wie denn Messen dieser Art in Zukunft aussehen werden: Ob sie sich auf diese Reduziertheit des Zur-Schau-Stellens von Produkten begnügen oder doch eines Tages neue Wege beschreiten. Vielleicht ist der jetzige Status Quo aber auch ganz gut so. So hat die Überflutung mit Reizen diese Institution noch nicht erreicht, die Konzentration gilt ganz der Kunst. Und dies pur. Das kann auch sehr angenehm sein. Heute noch. Denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Event-Manager auch diesen Elfenbeinturm der Puristen erklommen haben. Davon kann man angesichts der weiter wachsenden Bedeutung des Marketing-Instruments 'Event' fest ausgehen. |
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