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IST KOMMUNIKATION WEIBLICH? Leben wir nicht in einer wundervollen Welt der Vorurteile? Vor allem wenn es um das Verhältnis von und das Verhalten zwischen Männern und Frauen geht? Ach wie traurig wäre es doch, wenn diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht bestehen würden. Wie wenig hätten wir uns zu erzählen, zu plaudern, ja, auch zu lästern. Und um wie viele Bücher wäre dieses Land ärmer? Ganze Regale an Literatur der Marke "Was Frauen nicht und Männer doch oder so" würden fehlen. Wäre damit nicht auch das beliebte Spiel mit den Vorurteilen fast schon abrupt beendet. Ein kluger Kopf stellte einst die These auf, dass Männer und Frauen eigentlich gar nicht zusammen passen - aber es ohne einander auch nicht aushalten. Sie fragen, was dies mit dem Thema Kommunikation zu tun hat? Vieles, möchte ich Ihnen antworten. Ein Studienleiter am PR KOLLEG BERLIN erzählte mir vor kurzem, dass rund zwei Drittel der Studierenden in den Fernstudiengängen Frauen seien. In den Abendstudiengängen sogar fast 80 Prozent. Tendenz steigend. Und in anderen Ausbildungsfabriken für Public Relations oder auch Werbung sei es nicht viel anders. Jetzt darf man in unserer politisch korrekten Welt doch wirklich fragen, warum dem so ist. Brauchen Männer keine Kommunikation oder sind sie – wie eines dieser liebenswerten Bücher bejaht und damit unzählige Vorurteile weiter führt – unfähig zu kommunizieren? Oder reden Frauen einfach (zu) viel und sind damit für diese Branche der Kommunikatoren wie geboren? Auch wenn diese PR-Berater, PR-Referenten, PR-Redakteure und PR-Wasweißichnochalles natürlich viel mehr erfordert, als zu kommunizieren. Aber das ist ein anderes Thema. Gleichzeitig muss man – der hier Geschlechts unabhängigen Logik folgend – doch die Frage stellen, warum dann in der Kommunikationsbranche die Herren der Schöpfung auf den hohen Stühlen sitzen? Sich Geschäftsführer oder Vorstandsvorsitzender schimpfen? Und bei Einstellungsgesprächen über Mann und Frau richten? Ist dieses dann nur eine Frage der Zeit, bis die Massen an kommunikationsgierigen Frauen aus ihren bislang niedrigen Positionen die Spitzenstellungen stürmen und die Männer aus ihren Hochburgen verjagen? Wer die Geschlechter der Studierenden genauer analysiert – und das ist eine der Kernaufgaben aller Kommunikationsfachleute – ob Mann oder Frau -, der muss diese Frage mit einem klaren "Ja" beantworten. Doch sind nicht Tendenzen bekanntlich dazu da, umgekehrt zu werden? Dass also in sagen wir mal 5 Jahren 80 Prozent der Studierenden männlichen Geschlechts sind? Möglich – aber eher unwahrscheinlich. Nein, ich kann wirklich nicht behaupten, mich mit den sogenannten "Gender Studies" intensivst auseinander gesetzt zu haben. Wirklich nicht. So kann ich auch nicht beurteilen, ob dieses Thema dort vielleicht schon abschließend behandelt wurde. Glaube ich aber nicht, sonst würde es diese oben erwähnten Bücher nicht geben, die sich auf den Gabentischen stapeln und ach so viele Geburtstagskinder beglücken. Und in diesem Fall spielt es dann keine Rolle, ob der Beschenkte ein Männlein oder Weiblein ist. Vielleicht sind wir beide also doch nicht so verschieden? Wirklich eine komische Welt, in der wir da leben. Und in der wir kommunizieren, miteinander und gegeneinander, morgens und abends, mit Worten und Gesten, online wie offline, über Pressearbeit und Diskussionen, über Anzeigen und Tränen, per Events und Tête-à-Tête, gemeinsam oder Auge-in-Auge. Und dieses Bedürfnis geben Männer den Frauen völlig preis? Es scheint so. Zumindest in der PR-Branche. Und mit Sicherheit nicht nur dort. 3.569 Zeichen Dieser Beitrag erschien im: Online-Magazin terramag! (heute: terradigitalis.net | Kommunikationskultur, 2002 |
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