![]() |
| ||||||||||
| Profil |
Arbeit |
Angebot |
Service |
Kontakt |
|||||||
|
FLIESSBAND-ARBEIT: Pressemitteilungen in unter 1 Sekunde Services per Knopfdruck können heute schon zu sonderbaren Ergebnissen führen. Davon hat sich auch die PR-Branche anstecken lassen. Hier ein Beispiel zum Thema "Pressemitteilungen einfach gemacht" bzw. was ein PR-Automat mit Luciano de Crescenco gemeinsam hat. Produktname "Orange", Unternehmensname "Obst-Willy", Branche "Frischwaren", Standort "Usedom", Geschäftsführer "Dr. Willy Leckerli". Befehl: Pressemitteilung erstellen. Ratter ratter ratter. Exakte 0,247 Sekunden später:
Aha! So oder ähnlich werden heute also Pressemitteilungen geschrieben. Einfach Suchworte und Begriffe eingeben und auf einen Knopf drücken. Dann macht es kurz ruckelzuckel, und dann ist ruckzuck, vollautomatisch die Meldung da. Inklusive Titel, Untertitel, O-Tönen, Attributen und Disclaimer natürlich. Und selbstverständlich sauber nach den 7 Ws aufgebaut. Zumindest wenn es nach der PR-Maschine PR-O-Matic der früheren Münchner Agentur Bright Heads geht. "Kein Geld für PR? Kein Problem! Geben Sie einfach Ihre Daten ein, und PR-O-Matic generiert in Sekunden eine Presseinformation für Sie", wie es online augenzwinkernd weiter heißt. Und so "handkonfektioniert, individuell und wirkungsvoll, wie Sie das beim Tiefstpreis von Null Mark erwarten können". Natürlich ist das Ganze nur ein Spiel. Ein erfolgreiches, wie die wirklichen Presseabdrucke über den PR-O-Matic! zeigten. Vor allem, weil an diesem Spiel viele ihren Spaß hatten und noch weiter haben. Sogar ist es eines, das Schule machen könnte. Ganz nach dem Motto: Pressemitteilungen marsch! Fließbandarbeit eben! Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten bei jeder Pressemitteilung einen automatischen Dienst nutzen. Aber einer, der nicht nur die wichtigsten Rahmenregeln wie der PR-O-Matic einhält, sondern der auch individuell mit dem Thema mitdenkt, auf individuelle Wünsche eingeht. Er würde kurz fünf, sechs Keywords bei Ihnen abfragen, und schon wenige Minuten später hätten Sie das Ergebnis in Ihrer E-Mail-Box. Oder direkt in Ihren Online-Pressebereich eingespielt – als höchstes der Gefühle. Sie denken, das sei nicht möglich? Stimmt, wenigstens heute noch. Vielleicht sollten Sie daher doch auf wirklich professionelle PR-Dienstleister zurückgreifen. Denn ich muss schon zugeben, dass dieser "Text-Automat" mir als Journalist im Tiefsten wehtut. Ja, meine Liebe zu Wortspielen und Textklaubereien irgendwie angreift. Keine eigenen Gedanken mehr, keine eigenen Initiativen, nur ein paar wenige Angaben eingeben, abschicken, fertig. Und wenn der Text nicht passt, einfach die Formuliermaschine nochmals starten, bis das Ergebnis schlussendlich genehm ist. Kein Wunder, dass so viele Redaktionen über die Waschzettel stöhnen, die unter dem Oberbegriff "Presseinformation" tagtäglich auf ihre Schreibtische flattern. Irgendwie erinnert mich dieser PR-Automat an eine Stelle in Luciano de Crescencos Bestseller "Also sprach Bellavista", wenn er vorschlägt, Automaten für die Kommunion in der Kirche aufzustellen: "Der Gläubige nähert sich, kniet nieder, steckt hundert Lire ein und beichtet auf ein Tonband, dann steht er auf, kniet auf der anderen Seite nieder, steckt wieder hundert Lire ein, und eine mechanische Hand steckt ihm die Hostie in den Mund, alles nachdem er auf einer eingebauten Jukebox einen gregorianischen Gesang oder das Ave-Maria von Schubert gewählt hat." 3.906 Zeichen Dieser Beitrag erschien im: Online-Magazin terramag! (heute: terradigitalis.net | Kommunikationskultur), 2002 |
||||||